Das Greisenalter der kranken Eltern und unser eigene Leben. Lässt sich dies irgendwie miteinander verbinden und kann man das überhaupt in Einklang bringen? Wenn schon, dann wie? Wer eine große Familie hat und ständig außer haus nach dem Geld sucht oder sich ganz der anspruchsvollen Arbeit aus finanziellen Gründen widmen muss, der weiß schon was von den älteren, hilfebedürftigen Menschen, die unsere Mutter oder unser Vater heißt. Wir streben einen hohen Lebensstandard an und solche hohe und vor allen stabile Lebensqualität sollten wir unseren Eltern oder nächsten Verwandten auch im Alter sichern. Es ist doch unsere Pflicht. Dies sollten wir ihnen gegenüber für unsere Erziehung irgendwie „zurückgeben“. Dass wir selbst beschäftigt sind, ist doch klar. Deswegen bieten sich an der Stelle als allerbeste Lösung Seniorenbetreuerinnen aus Polen an. Ihre Arbeit besteht sowohl aus beruflichen Tätigkeiten, als auch konzentriert Tätigkeiten im privaten, familiären Umfeld. Die Seniorenbetreuerinnen stehen mitten drin. Und weil sie irgendwie „frei“ d.h. ohne näheres Kenntnis von der Familiensituation ihre Hilfe und Pflege leisten, so ist diese geleistete Pflege manchmal erfolgreicher als die der nahe stehenden Personen, weil hier häufig verschiedene vielschichtige mit der gemeinsamen Vergangenheit verbundene Konflikte vorkommen können. Es ist auch bekannt, dass in der Altenpflege besondere soziale Beziehungen (lies unterschiedliche Erwartungen der gegenseitigen Rollen, die Rollenumkehr der „pflegenden Töchtern“, die finanziellen Abhängigkeiten) herrschen. Polnische Seniorenbetreuerinnen, examiniert und hochqualifiziert scheinen auf alles vorbereitet zu sein, auch wenn sie mitten in diesen Wechselbeziehungen stehen. Dabei hilft ihnen oft eine ausgezeichnete Sprachbefähigung und langjährige Erfahrung im Umgang mit bejahrten Menschen.